Freitag, 29. Juli 2011

Fruchtiger Couscous-Salat mit Garnelen



Männerküche Teil 2 (da nach wie vor Strohwitwer); die Vorgaben sind deshalb:
  • wenig Aufwand, keine Herumpatzerei
  • verwenden, was da ist; schließlich geht's auch für mich in einer Woche endlich ab in die Provence
Vom Pfirsichkuchenbacken (sorry, ich bin nicht authorisiert, hier Kuchenrezepte zu posten; entspricht nicht ganz der Blog-Linie...) sind ein paar Pfirsiche über und eigentlich sollten endlich auch die ersten Tomaten reif sein. Im Hinterkopf spukt ein einmal gelesenes Rezept für eine Tomaten-Pfirsich-Suppe herum. Die Kombination Tomate und Pfirsich klingt ein wenig wagemutig, aber eindeutig nach Sommer (vielleicht kommt der ja noch). Der Blick ins Gemüsebeet ist freilich ein wenig ernüchternd. Auch dem Gemüsegarten fehlt nach 3 Wochen Absenz der Dame des Hauses schon ein wenig weibliche Zuwendung (...), und Sonne sowieso. Über die erste schön reife, rote Tomate hat sich natürlich eine Nacktschenecke hergemacht (ohne Danke zu sagen). Die Tomatenernte bleibt somit noch recht überschaubar, aber für ein 2-Personen-Rezept reicht es allemal.

Statt zur Suppe haben wir Tomaten und Pfirsiche zu einem sehr fruchtigen und sommerlich-leichten Couscous-Salat kombiniert. Den Couscous mit einer Art Thai-Dressing zuzubereiten, ist natürlich schon ein bisserl ein wilder Fusion-Mix, dafür hat es gut zu gebratenen Garnelen gepasst. Alternativ zu den Garnelen würden sich in Kombination mit dem Thai-Dressing gebratene Hühnerstreifen anbieten oder als vegetarische Variante Tofu (hier gab's aber ein eindeutiges Veto vom Sohn).

Zutaten für 2 Personen (als leichtes Mittag- oder Abendessen):

100g     Couscous (wenn möglich Vollkorn)

300g     reife, aber feste Tomaten
300g     reife Pfirsiche


1          Frühlingszwiebel, fein gehackt
1 EL      Ingwerwurzel, fein gehackt
1          Limette, Saft ausgepresst
1EL       helle Sojasauce
1          kleine Chilischote (mehr  od.
            weniger nach Geschmack)
1/2 TL   Zucker
4          Stängel frischer Koriander, fein
            gehackt 

250g     Garnelen
            Chili (optional)
1 EL      Limettensaft
1 EL      Rapsöl
            ein paar zusätzliche Korianderblätter
            Meersalz

Den Couscous gemäß Packungsanleitung zubereiten.

Von den Tomaten den Stielansatz entfernen, Tomaten in Spalten schneiden, entkernen, dann würfeln. Pfirsiche ebenfalls entkernen und würfeln (wären Damen anwesend gewesen, hätten wir Tomaten und Pfirsiche selbstverständlich zuvor enthäutet; aber das rustikale Geschlecht war ja unter sich).

Alle Zutaten für das Dressing verrühren und das Dressing (ein wenig davon zurückbehalten) gemeinsam mit den Tomaten- und Pfirsichwürfeln unter den Couscous mischen. Zumindest 30 Minuten durchziehen lassen, damit der Couscous die Aromen gut aufnimmt.

In einer beschicheten Pfanne das Öl erhitzen, die Garnelen darin ca. 3 Minuten braten (dabei falls gewünscht mit ein wenig Chili würzen), dann den Limettensaft und die Korianderblätter hinzufügen und kurz durchschwenken.


Die gebratenen Garnelen auf dem Couscoussalat anrichten und mit dem restlichen Dressing beträufeln. Der Sohnemann - zuvor angesichts des Pfirsiches in einem Hauptgericht doch skeptisch (die Pfirsich-Garnitur im Retrostil zu Wildgerichten kennt er nicht) - zeigte sich positiv überrascht.

Alternativ zu den Garnelen haben wir auch eine Variante mit gebratenem Halloumi (Grillkäse) getestet (mit einem klassischen Olivenöl/Balsamico-Dressing und Basilikum anstelle des Thai-Dressings; noch schneller wäre anstelle des Bratkäses ein gewürfelter Schafkäse). Geschmacklich auch nicht schlecht, die Garnelen und das Ingwer-Koriander-Dressing haben uns aber noch mehr überzeugt.

Freitag, 22. Juli 2011

Fischrouladen mit confierten Tomaten

Nun, die Dame des Hauses und Betreiberin dieses Blogs weilt mittlerweile schon 2 Wochen auf Sprachkurs in der Provence. Da liegt der Verdacht nahe, die restliche Familie könnte es zur Zeit ernährungsmäßig ein wenig "schleifen lassen". Wir (die beiden Männer des Hauses) treten heute den Beweis an, dass dem nicht (immer) so ist. Zudem liefern wir damit auch einen (ohnedies schon fälligen) neuen Blogbeitrag ab.

Und weil Freitag "Fischtag" ist, gab es heute eben diesen.


Bei der Rezeptfrage war für uns entscheidend, dass:

  • kochende Männer den Herd zwar gerne anpatzen, aber gar nicht gerne reinigen (daher: wir kochten nur mit dem Backrohr)
  • Pesto immer schwer ok ist (zumindest für den Sohnemann; mit Nudeln sowieso, aber auch mal aufs Olivenbrot geschmiert), also warum nicht auch zum Fisch?
  • ein Schüsserl kleiner Manzano-Tomaten auf ihre Verwertung wartete
Ergebnis dieser Überlegungen:  wir rollten unseren Fisch zu Rouladen, wobei Pesto, gehackte Oliven und Sardellenfilets die pikante Füllung lieferten. Und weil das Wetter heute (18 bewölkte Grade) gar nicht zu einem Tomatensalat passte, haben wir die Tomaten im Backofen mit Olivenöl, Thymian und ein wenig Zucker "confiert" (schöne Grüße nach Frankreich).

Ein paar Rosmarin-Kartoffelspalten haben sich im Backrohr praktisch von alleine zubereitet.


Zutaten für 2 Personen:

2          dünne Fischfilets à ca. 140g
4 TL      Pesto
1 EL      gehackte Oliven *)
2          Sardellenfilets, fein gehackt
1 EL      Olivenöl

300g     kleine, reife Tomaten (z.B. 
            Manzano), längs halbiert
2 EL      Olivenöl
1 TL      Zucker
1 EL      frische Thymianblättchen

300g     festkochende Kartoffeln, längs
            in Spalten geschnitten
1 EL      Olivenöl
3          Frühlingszwiebel, längs halbiert
            (optional) 
                 Rosmarin, gehackt

            schwarzer Pfeffer, frisch   
            gemahlen
            Meersalz

Zubereitung:

Backofen auf 150° aufheizen. Die halbierten Tomaten mit der Schnittfläche nach oben in eine leicht geölte Auflaufform setzen und sparsam salzen und pfeffern. Olivenöl, Zucker und Thymian verrühren und über die Tomaten träufeln. 4 EL Wasser untergießen und im Backrohr 80 min. schmoren.

Die Kartoffelspalten mit 1 EL Öl und gehacktem Rosmarin verrühren, in eine ofenfeste Form legen und ca. 40 min. nach den Tomaten ins Backrohr geben.
Falls gewünscht Frühlingszwiebel gemeinsam mit den Kartoffeln mitschmoren.

Nach 80 min. die Tomaten aus dem Backofen holen und die Temperatur auf 200° erhöhen.

Pesto mit gehackten Oliven und Sardellenfilets vermischen und Fischfilets damit auf einer Seite bestreichen. Filets zu Rouladen aufrollen und diese mit Zahnstochern oder Spießen fixieren. Leicht salzen und pfeffern.

Die Fischrouladen ebenfall in eine ofenfeste Form setzen und ca. 15 Minuten im Backofen garen.

Je eine Fischroulade mit der Hälfte der confierten Tomaten und Kartoffelspalten anrichten. Fischrouladen mit Schmorsaft der Tomaten beträufeln.

Damit die Nährstoffrelation passte (hoffentlich lesen das jetzt alle....) aß man(n) dazu einen Blattsalat.

*) Wir haben aus emotionalen Gründen freilich Oliven aus der Provence verwendet

Montag, 4. Juli 2011

Melanzani-Hummus


Um die orientalische Küche gibt es ja derzeit einen regelrechten Hype. Mir gefällt das, ich liebe diese Küche, insbesondere ihre Gemüsezubereitungen und Gewürze.

Eine schon alte orientalische Liebe ist für mich Hummus, ein Kichererbsenpüree. Und weil so eine alte Liebe auch mal frischen Wind braucht, experimentiere ich auch mal gerne bei der Zubereitung.

Hier ein Rezept zu meinem derzeitigen Favoriten: Hummus mit Melanzani und ein wenig Tomate, dafür reduzierter Ölmenge (Bikini-Zeit!!)


Zutaten für ca. 6 Portionen:

2

Melanzani à ca. 250g
1
große Dose Kichererbsen (Abtropfgewicht 450g)
2
gehäufte EL Tahin (Sesampaste; in gut sortierten Supermärkten bzw. orientalischen Lebensmittelgeschäften erhältlich)
1
große, reife Tomate, Stielansatz entfernt, geviertelt
1
Limette
4 EL
Olivenöl
1
Prise Chili und/oder Kreuzkümmel
Meersalz
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen


Zubereitung:
Den Backofen auf 240°C vorheizen. Die Melanzanis mit einem spitzen Messer oder einer Gabel rundum mehrfach einstechen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im Ofen ca. 50 Minuten backen, bis die Melanzanis weich sind und ihre Haut ganz schrumpelig ist. Die Melanzani aus dem Backofen holen, ein wenig abkühlen lassen, dann längs halbieren und das weiche Fruchtfleisch mit einem Löffel ausschaben.

Die Kichererbsen abgießen und gut abspülen. Gemeinsam mit dem Melanzani-Fruchtfleisch, Tahin und Tomaten in der Küchenmaschine pürieren. Limette auspressen und mit dem Olivenöl und 3 EL Wasser in das Püree einmixen. Mit Salz, Pfeffer, Chili und/oder Kreuzkümmel gut abschmecken.

Zum Hummus gibt’s bei mir rohes Gemüse (z.B. Tomaten, Gurken, Stangensellerie oder auch Karotten) und Oliven. Mit ein wenig Olivenöl beträufelt und Kräutern bestreut, dazu ein Olivenbrot oder als (gesundere) Alternative ein Vollkornbrot (toasten!) – ein köstliches und gesundes Abendessen für einen lauen Sommerabend (eignet sich aber auch hervorragend für ein Picknick).