Samstag, 24. Dezember 2011

Orangen-Dattel-Salat mit Feta


Zu Weihnachten gibt's auch in der Familie Kubiena mächtig viel tierisches Eiweiß (man möchte ja die Erwartungshaltungen nicht enttäuschen). Das eine oder andere Gemüse findet natürlich auch auf der Weihnachtstafel Platz, aufgrund der gegenseitigen Einladungen und Besuche wird es aber in Summe schon ganz schön üppig. Umso wichtiger, bei den Zwischendurchmahlzeiten (so es die überhaupt gibt) ein wenig leiser zu treten. Der Orangen-Dattelsalat mit etwas Feta- oder Ziegenkäse (als Eiweißkomponente) ist da eine willkommene, frisch-leichte Abwechslung. Und schnell geht er sowieso.


Bei uns gab es diesen Salat heute, am 24. Dezember, als kleines Mittagessen. Und weil wir uns beim Essen schon vorsorglich ziemlich zurückgehalten haben, ist für die Vegetarierin unserer Familie für heute Abend auch ein wenig übrig geblieben.


Zutaten (für 3-4 Personen, je nach noch vorhandenem Appetit):


2 große Orangen, geschält, längs halbiert und in Scheiben geschnitten (Saft beim Schneiden möglichst auffangen)
250g Datteln, halbiert und entkernt
1/2 rote Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten
150g Fetakäse (oder Ziegenkäse), gewürfelt


2 EL frische Petersilie, fein gehackt
3 EL Olivenöl
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen


1 Handvoll Nüsse (oder Pinienkerne), in einer beschichteten Pfanne leicht geröstet




Orangenscheiben, Dattelstücke und Zwiebelringe in eine Schüssel geben.
Gehackte Petersilie mit Olivenöl, schwarzem Pfeffer und dem aufgefangenen Orangensaft (alternativ ein wenig Zitronensaft) verrühren.
Das Dressing gemeinsam mit dem Käse unter die Orangen-Dattelmischung rühren. Anrichten und mit den gerösteten Nüssen bestreuen.
Wer möchte, kann den Salat mit rohem, fein geschnittenen oder gehobelten Fenchel noch etwas "gemüsiger" gestalten.

Montag, 12. Dezember 2011

Ein vorweihnachtlicher kulinarischer Kurztrip nach London


Am ersten Dezemberwochenende haben meine bessere Hälfte und ich einen kulinarischen Ausflug nach London unternommen. Zu unserer Ehrenrettung muss gesagt sein, dass wir freilich auch ein abgespecktes Kulturprogramm (z.B. Tate Modern) hatten und sehr fleißig herumgelaufen sind (um Hunger zu bekommen).






Von den Märkten, die wir besucht haben (u.a. Spitalsfields, Brick Lane, Camden), hat uns freilich der Borough Market (http://www.boroughmarket.org.uk/) am meisten begeistert - ein Food Market mit tollen englischen und internationalen Delikatessen. Den mulled wine (Glühwein) haben wir ausgelassen, uns aber ein paar köstliche Austern gegönnt und sind anschließend in einer gemütlichen Weinbar ein wenig hängen geblieben.



Drei kulinarische Fixpunkte hatten wir schon vor Reisebeginn fixiert: unser erster Restaurantbesuch führte uns nach Islington ins lebhafte Moro, dessen maurische Küche wir aus den Kochbüchern der Lokalbesitzer kennen. Sowohl die Maronisuppe mit knusprigen Chorizostückchen als auch das gegrillte Lamm mit cremigem Lauchgemüse waren sehr aromatisch und ich habe meine (zugegebenermaßen sündige) Liebe zu Trifle entdeckt (das Trifle war so schnell gegessen, dass es davon kein Foto gibt...).




Leichter und feiner aber deswegen nicht weniger aromatisch war dann die Küche in Ottolenghis Nopi am nächsten Tag. Auch in dieses Lokal hat uns die Begeisterung für das Kochbuch geführt und wir wurden nicht enttäuscht. Das Nopi-Team empfiehlt sympathischer Weise mehrere Gerichte gemeinsam zu bestellen und diese zu teilen. Gut so, denn es war alles köstlich. Die leichten Gemüsezubereitungen, die z.B. durch die Beigabe von karamellisierten Macadamianüssen beim Winter coleslaw aufgepeppt werden, treffen genau meinen Geschmack.  Wir hatten außerdem u.a. Burrata mit Grapefruit und Kümmel, gegrillten Brokkoli mit Knoblauchpüree und Chiliöl und gegrillten Oktopus mit Morzilla. Auch hier war das Dessert - ein Schoko-Haselnusskuchen mit Kirschen - ein Volltreffer. Und den Apperitiv - Champagner mit Safransirup (!), ein wenig Gin, Hollunderlikör und Zitronensaft - haben wir zuhause bereits nachprobiert.




Der Besuch des Restaurants im St. John Hotel von Fergus Henderson (dessen Philosophie die Verwendung auch ansonsten wenig geschätzter Fleischteile ist; "nose to tail eating") noch am selben Tag war da ein ziemlich "fleischiger Gegenpol". Hätte ich etwa die knusprige Schweinshaut oder Knochenmark gegessen, dann würde ich das hier aus Glaubwürdigkeitsgründen verschweigen (hab ich aber ohnedies nicht). Mein Rabbit war da eine vergleichsweise vorsichtige (aber schmackhafte) Wahl, mein Mann folgte mit seiner Vorspeise (knusprige Schweinswangerlstücke mit Schnecken) schon eher der typischen Küchenlinie.


Fazit unseres London-Wochenendes: dass man in England nicht gut essen könnte, ist eine Mär.